,,Viel zu oft stehen hässliche Möbelstücke in Büros"

April 26, 2022

Seit 1993 arbeitet Tom Rottler bei Herkommer+Gutbrod. Er berät Kunden hauptsächlich rund um die Büroeinrichtung. Warum sich seine Leidenschaft für Möbel erst entwickelt hat und welches Projekt ihn besonders begeistert hat, erzählt er im Interview.

Tom, worauf kommt es bei der Büroausstattung an?

Das hängt von den Anforderungen des jeweiligen Bauherren ab. Einer mag mehr Funktionalität, ein anderer setzt mehr auf Design. Wenn wir bei Herkommer+Gutbrod frei entscheiden können, setzen wir auf funktionales Design.

Was sind Klassiker der Büroeinrichtung?

Klassisch ist vor allem die Art und Weise wie Büro-Arbeitsplätze angerichtet sind. Egal ob Großraum oder geschlossenes Büro, der typische Schreibtisch und Drehstuhl setzen sich durch. Klassisch ist übrigens auch, dass Unternehmen zu wenig auf einen guten Drehstuhl und die Gesundheit der Mitarbeiter achten. Drehstuhl und Tisch sind eine Einheit, sie müssen zusammenpassen – nicht nur optisch, sondern auch und vor allem ergonomisch.  

Gibt es Möbelstücke, auf die wir im Büro verzichten können?

Die hässlichen Möbel. Viel zu oft stehen hässliche Möbelstücke herum. Lange Zeit ignoriert man sie, irgendwann gewöhnt man sich an sie und nimmt sie gar nicht mehr wahr. Aber gerade im Büro, wo man ja viel Zeit verbringt, sollte es schön sein.

Wenn wir auf das Jahr 2022 schauen: Welche Bürotrends können wir erwarten?

Ein großer Bürotrend – nicht nur in diesem Jahr, sondern in den nächsten Jahren – wird sein, dass noch mehr Atmosphäre in die früher so sterile Bürowelt kommt. Strenge Büromöbel werden weniger, es wird loungiger und es wird noch wohnlicher.

Ein neuer Kunde kommt und will mit Herkommer+Gutbrod Büroräume einrichten. Was sind die ersten Schritte?

Fragen, viele Fragen stellen. Es kommt auch darauf an, wie weit die Planung ist. Manche haben schon ein einem Architekten ein Konzept entwickelt, andere stehen noch ganz am Anfang. Wenn die Fragen geklärt sind, arbeiten wir die Planung Schritt für Schritt weiter aus.  

Wenn ein Unternehmer genaue Vorstellungen für seine Büroräume hat, ihr aber merkt – oh, die Vorstellungen sind nicht gut. Wie schafft man es, ihn zu überzeugen, dass er seine Vorstellungen noch mal ändert?

Ich gehe schnell drauf ein und spreche das an. Wenn er sagt, der Plan steht und es wird nichts geändert, dann müssen wir das akzeptieren. Aber die meisten sind offen und dankbar für unsere Anmerkungen. Man kann mit vielen Kunden viel besprechen.

Wenn jemand kommt, der noch gar nicht weiß, was er will ...

Dann kommt es weniger darauf an, Fragen zu stellen. Wichtiger ist es, verschiedene Möglichkeiten zu zeigen: Einrichtungsklassiker, Bürotrends, Farbmuster, Stoffmuster, verschiedene Projekte, die wir schon umgesetzt haben.

Du bist seit 1993 bei Herkommer+Gutbrod. Was war ein Kundenprojekt, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

In den vergangenen ein, zwei Jahren durften wir das Rathaus in Großmehring neu einrichten. Dafür sollten wir Funktionalität und Design kombinieren. Das ist ein tolles Rathaus geworden, Trauungssaal, Sitzungssaal – alles ist wunderschön.

Das war es zum Thema Büros. Uns interessiert natürlich auch, wie es in deinen eigenen vier Wänden aussieht.

Teilweise ist es durchdesignt, teilweise ist noch Luft nach oben, zum Beispiel in meinem Homeoffice.

Und woher kommt deine Leidenschaft für Einrichtung und Möbel eigentlich?

Die Leidenschaft hat sich über die Jahre entwickelt. Sich mit Menschen auszutauschen, kreativ zu arbeiten, Pläne auszutüfteln und Optionen auszuloten, das macht richtig Spaß. Für mich ist das genau der richtige Job.

Was ist dein Lieblingsraum?

Das Wohnzimmer. Das schaut genau so aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Dort halte ich mich auch am liebsten auf.

Die letzte Frage: Auf welches Möbelstück könntest du unter gar keinen Umständen verzichten?

Auf die Couch! Die ist schön groß, einfach super.

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